Die Gedanken sind frei ...


  Startseite
    Geschichten
    Gedankenchaos
    Abreagier-Zone
    Persönlichkeiten
    Das Schwarze Auge
    Musikgeschmack
    Studium
  Über...
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Gedankenlyriks Webseite
   Celcia (RPG-Forum)
   DeviantArt-Gallerie



http://myblog.de/gedankenlyrik

Gratis bloggen bei
myblog.de





Theorie im Selbsttest

Heute möchte ich eine Theorie aufstellen, die sich auf einem Selbsttest stützt. Sie beruht auf Beobachtungen meiner selbst. Ich habe immer wieder in mich hineingehorcht und mich in meinem Verhalten studiert (zumindest dann, wenn es mir auffiel) und inzwischen bin ich der Auffassung, dass meine Theorie soweit gefestigt ist, dass ich sie als solche auslegen kann.

Folgende Situation: Ich bemerke immer wieder, dass ich beim Sprechen oft sehr laut bin. Ich brülle nicht herum, aber ich rede sehr laut. Dies geht sogar so weit, dass meine Freunde (mit denen ich mich nun einmal am meisten unterhalte) mich dazu auffordern, leiser zu sprechen.
Gleiches gilt für meine Familie.

Nun glaube ich, den Grund für mein lautes Reden zu kennen, denn normalerweise bin ich ein eher ruhiger Typ. Ich rede nicht mit Fremden und wenn dann nur wenig. Außerdem habe ich das Gefühl, auf andere unsicher und verschüchtert zu wirken (was meines Erachtens auch Tatsache ist).
Warum also redet ein solcher, eher zurückhaltender Typ dann unter Umständen sehr laut.

Antwort: Er will gehört werden.

Ich habe schon seit Jahren den Eindruck, dass Menschen anfangen, über mich hinweg zu reden. Ich bin nicht der größte Mensch, weshalb dies auch keine besondere Herausforderung darstellt. Aber meine Beobachtungen zeigen (vor allem im Fall meiner Familie), dass ich einfach übergangen werde, obwohl ich oftmals ein Gespräch angestoßen habe. Kommt es dann dazu, dass ich doch einmal etwas sagen könnte, speist man mich mit Sätzen ab wie "Nicht jetzt, ich will das da sehen/hören/mitkriegen" oder "Musst du immer anfangen zu quasseln, wenn ich keinen Nerv dazu habe?!"

Hier bestätigt sich meine Theorie. Ich versuche, lauter zu reden und dies vollkommen unbewusst, weil ich hoffe, in Momenten, in denen man mich einfach übergeht, doch noch gehört zu werden. Ich erhoffe mir, dass die anderen mich nicht nur hören, sondern auch auf mich hören und mit mir interagieren - und zwar nicht auf die Weise, dass sie meinen Gesprächsversuch abwürgen.
Unglücklicherweise hat mich die Erfahrung gelehrt, dass lauter reden nichts bringt. Man wird weiterhin gestoppt. Und das tut weh. Sich nicht mitteilen zu können und immer wieder im eigenen Reden abgewürgt zu werden wie ein Erstickender, der von einem Meuchelmörder mit einem Draht den letzten Lebenshauch erdrückt bekommt, tut auf Dauer sehr weh und führt dazu, dass sich die betroffene Person immer mehr in sich selbst zurückzieht. Unsicherheit, ob man überhaupt noch Gespräche beginnen soll, macht sich breit. Man redet immer weniger mit anderen, drückt sich auf andere Weise (z.B. in einem Weblog) aus und beschäftigt sich allein mit Gedanken und Gefühlen. Man kann sich ja eh niemandem mitteilen, sonst sind alle wieder nur unzufrieden mit einem selbst - oder sie überhören dich, wie üblich.
Kein Wunder also, wenn man laut spricht, WENN man mal die Chance bekommt, gehört zu werden. Doch auch dies führt oftmals zu Frustration. Man soll ja nicht so laut reden ... "wir hören dich sehr gut!"

So beende ich meine Theorie mit einem depressiven Gefühl und der Erkenntnis, dass die Ungehörten ewig die sein werden, zu denen man sie gemacht hat - und wenn sie noch so laut schreien.

---------------------------------------------------------------
Aktuelle Stimmung: mitteilungsbedürftig, aber ungehört

22.9.09 07:11
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung