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Surferboy

Heute will ich euch von Surferboy erzählen. Ich habe ihn als Person nicht näher kennengelernt, sondern nur gelegentlich gesehen (mittlerweile garnicht mehr).
Ich nenne ihn deshalb Surferboy, weil er damals im Sommer blaue Shorts mit der Aufschrift "Surfer" trug. Da ist er mir zum ersten Mal aufgefallen.
Klar, ich gucke oft und viel nach Frischflei.... äh, Männern, aber Surferboy war nicht mein Typ. War er nie. Das einzig interessante und für mich wahrlich faszinierende, das er an sich hatte, waren seine Augen.

Ich muss dazu erwähnen, dass ich kein Mensch bin, der auf Augen steht, schon gar nicht, wenn das Blinzeln ausbleibt. Da läuft mir ein Ekelschauer über den Rücken, wirklich!
Aber Surferboy hatte wahnsinnig tolle Augen. Es mag krankhaft und pervers klingen, aber seine Augäpfel hätte ich mir gern als Kugeln übers Bett gehängt, um sie mir vor dem Schlafengehen anzuschauen und darin zu versinken. Die Farbe war nicht ungewöhnlich. Braun. Ich mag nicht mal braune Augen, stehe mehr auf tiefes Blau oder dunkles, intensives Grün. Doch sein Blick war es wohl, der mich jedes Mal in seinen Bann zog. Er hatte etwas gutherziges, zugleich wirkte er immer nachdenklich und unendlich traurig. Klingt fast romantisch, aber mit Romantik hat das nichts zu tun. Es war vielmehr unheimlich, wie ein einziger Blick so gefangen nehmen konnte.
Surferboy muss (noch) jung sein, nicht viel älter als ich. Ich vermute, ehrlich gesagt, sogar jünger. Seine Statur und sein Blick machen ihn vermutlich älter. Ja, wirklich, dieser Blick. Wahnsinn!
Ich bereue es aufrichtig, mich nie mit einer Digicam in den Bus oder die S-Bahn getraut und ihn gefragt zu haben, ob ich mal schnell seinen Blick fotografieren könnte. Es hat beruhigt, ihn nach einem langen Tag an der Fachhochschule plötzlich im S-Bahn-Abteil sitzen zu sehen. Und an trüben Morgen machte es Mut, diesem traurig-nachdenklichen Blick zu entdecken und sich zu fragen, ob man mit solchen Augen auch stets solche Gefühle hat. Wenn ja, wie erlebt ein solcher Mensch seinen Tag?

Inzwischen habe ich Surferboy schon gut zwei Jahre nicht mehr in der S-Bahn gesehen. Ich glaube, er oder zumindest seine Freundin leben im selben Ort wie ich – oder lebten. Vielleicht ist er umgezogen. Jedenfalls hab ich seitdem kein Augenpaar mehr erblickt, das mich so fasziniert hat wie dieses.

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Aktuelle Stimmung: leicht brummelig, weil nur Star-Worscht im TV läuft (natürlich keine der Episoden mit dem klassischen Darthy)
21.9.08 21:25
 



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